Kuties hätten eine 14:6-Halbzeitführung fast noch verspielt

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg gewinnt trotz verkorkster zweiter Hälfte 20:17

Kerstin Foth und Stefanie Schoeneberg (von rechts): Jubel über drei späte Tore der Kuties zum 20:17-Auswärtserfolg in Freiburg Foto: Dimitri Drofitsch/Eibner

Artikel vom 17. November

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. So einen Spielverlauf haben die rund 350 Zuschauer am Samstagabend in der Gerhard-Graf-Sporthalle in Freiburg wohl selten erlebt. Nach einer deutlichen 14:6-Halbzeitführung für die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg wendete sich nach der Halbzeit das Blatt komplett, und die HSG Freiburg schnupperte noch am Sieg. Am Ende entschied jedoch das Team von Trainer Mike Leibssle aufgrund von zwei Zeitstrafen in den Schlussminuten die Partie für sich.

„Sehr glücklich für uns“, atmete der Coach kräftig durch, „sieben Minuten vor Schluss hätte ich wahrlich nicht sagen können, wer hier als Sieger vom Platz geht.“ Dabei begannen seine Schützlinge souverän und führten nach sieben Minuten und einem Treffer von Saskia Hiller mit 3:1. Aber bereits in der ersten Viertelstunde offenbarten die Kuties ihr größtes Manko: die Chancenverwertung. Allein drei verworfene Siebenmeter hätten für eine deutlichere Führung sorgen können. Foth, Neubrander und Marcikova scheiterten jedoch an der starken Lena Fischer im Tor der HSG. „Zusätzlich haben wir unendlich viele Chancen liegen lassen“, ärgerte sich Leibssle, „ob drüber, an die Latte oder gehalten, da war alles dabei.“

Beim 17:17 steht die Partie plötzlich wieder auf der Kippe

Zufrieden war er dafür mit seiner Defensive. „In der Abwehr haben wir toll gearbeitet, jede hat sich an den Matchplan gehalten.“ So fielen die zahlreichen Fehlwürfe zunächst gar nicht ins Gewicht. Gestützt auf die gute Defensivarbeit zogen die Kuties auf 10:5 davon. Und als Kerstin Foth mit dem Halbzeitpfiff zum 14:6-Halbzeitstand einnetzte, schien der Sieg schon fast in trockenen Tüchern zu sein. „Uns war klar, dass wir uns nach der Halbzeit nur noch selbst schlagen können“, meinte Leibssle, „gleichzeitig hatte Freiburg auch nichts mehr zu verlieren und konnte frei aufspielen.“ Zwei weitere vergebene Strafwürfe und eine Zeitstrafe auf Seiten der SG H2Ku taten ihr Übriges. Die HSG hatte Blut geleckt und verkürzte auf 9:15. Mike Leibssle versuchte, mit einer Auszeit dagegenzuwirken, aber ein 3:0-Lauf brachte die Gastgeberinnen auf 12:15 heran. „Die Halle hat gleichzeitig eine unheimliche Stimmung gemacht, das hat uns natürlich unter Druck gesetzt.“ Durch die Bank ließen die Herrenbergerinnen reihenweise Chancen liegen, in den 20 Minuten nach dem Wiederanpfiff gelangen ihnen gerade einmal drei Treffer. „So etwas habe ich selten erlebt“, so Leibssle.

Sieben Minuten vor dem Ende schafften die Freiburgerinnen den Ausgleich zum 17:17 durch Rebecca Dürr, die dann aber in den letzten sechs Minuten zwei Zeitstrafen kassierte. Die Gäste nutzten diese Überzahl, bekamen keinen Gegentreffer mehr und erhöhten zum 20:17-Endstand. „Wir sind sehr froh über diese beiden Punkte, werden dieses Spiel in den nächsten zwei Wochen dennoch aufarbeiten müssen.“ Durch den Sieg steht das Gäu-Team auf Platz fünf. Nächstes Wochenende haben die Kuties spielfrei, ehe am 30. November Meister HL Buchholz 08 Rosengarten am Markweg zu Gast ist.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (1), Bissel (4), Kussmaul, Bok (2), Zilinskaite, Foth (2/davon 1 Siebenmeter), Neubrander (2), Marcikova (3/1), Hiller (3), Beddies (3).

Kuties wollen im Breisgau zurück in die Erfolgsspur

Artikel vom 15. November 2019 – 15:36

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Die Kuties sind gewarnt: Am neunten Spieltag der 2. Handball-Bundesliga treten die Frauen der SG H2Ku Herrenberg am Samstagabend bei der HSG Freiburg an (20 Uhr, Gerhard-Graf-Sporthalle). Die selbsternannten Red Sparrows stehen als bester Aufsteiger derzeit auf Rang zehn und haben schon mit überraschenden Ergebnissen auf sich aufmerksam gemacht. „Ein sehr gefährlicher Gegner“, weiß auch Kuties-Coach Mike Leibssle, „wir müssen eine souveräne Leistung zeigen, um dort zu bestehen.“

Nach der 27:29-Heimniederlage gegen Berlin will die SG H2Ku wieder zurück in die Erfolgsspur finden. Dass dies in Freiburg jedoch kein Selbstläufer wird, ist allen klar. „Die HSG hat bewiesen, dass sie mithalten kann“, hat Leibssle Respekt, „sie hat einige taktische Raffinessen auf Lager, unter anderem die siebte Feldspielerin, da müssen wir die gesamte Distanz über sehr wachsam sein.“ Die Mannschaft von HSG-Trainer Ralf Wiggenhauser beeindruckt vor allem über das Kollektiv, ohne herausragende Werferin, „Und in der Defensive arbeitet sie in einer offensiven 6:0-Abwehr“, so Leibssle nach dem Videostudium, „sie zwingt den Gegner förmlich zu Fehlern, dazu dürfen wir uns überhaupt nicht verleiten lassen.“

Szimonetta Toepelt-Gera muss mit einer Wadenzerrung passen

Auch der hochgehandelte VfL Waiblingen hat die Spielweise der „Roten Spatzen“ bereits zu spüren bekommen und überraschend mit 24:25 in der Gerhard-Graf-Sporthalle verloren. „Ich erwarte von meiner Mannschaft einen taktisch disziplinierten Angriffs-Handball und eine konsequente Abwehr“, gibt Leibssle die Marschroute vor, „meine Spielerinnen dürfen unser System nicht verlassen, ansonsten wird Freiburg das sofort bestrafen.“

Personell muss der Coach nach dem Abschlusstraining einen schmerzhaften Ausfall verzeichnen: Szimonetta Toepelt-Gera, zweitbeste Torschützin des Teams, wird mit einer Wadenzerrung nicht zum Einsatz kommen. „Das tut uns natürlich weh, Szimonetta hat zuletzt starke Leistungen gezeigt, aber wir wollen kein Risiko eingehen.“ Dafür baut Leibssle in Freiburg auf die Unterstützung der Fans: „Wir setzen einen Bus ein und hoffen, dass einige Zuschauer die relativ kurze Reise ins Breisgau gemeinsam mit uns antreten.“

Der Bericht zum heutigen Auswärtsspiel wird präsentiert von unserem Medienpartner, der Kreiszeitung Böblinger Bote.

SG H2Kuties verteilen zu viele Geschenke

Artikel vom 10. November 2019 – 13:54

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. „Das hätte nicht sein müssen“, haderte Trainer Mike Leibssle von den Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg nach dem 27:29 gegen die Füchse Berlin in der Markweghalle, „eigentlich müssen wir dieses Spiel gewinnen.“ In Halbzeit eins war H2Ku noch auf der Siegerstraße unterwegs, ehe ein kollektiver Aussetzer die zweite Heimniederlage der Saison besiegelte. „Wir haben die Füchse förmlich zu Toren eingeladen“, grämte sich der Coach, „wenn man so viele Geschenke verteilt, kann man nicht gewinnen.“

Die Gäu-Sieben legte gut los, eine stabile Abwehr mit einer gut aufgelegten Laura Waldenmaier im Tor war Voraussetzung für eine 5:1-Führung nach zehn Minuten. Füchse-Trainerin Susann Müller reagierte mit ihrer ersten Auszeit. „In der Anfangsphase haben wir eine hohe Effektivität an den Tag gelegt, dieser Vier-Tore-Vorsprung hat sich fast bis zur Halbzeit durchgezogen“, so Leibssle zufrieden. Zwar kamen die Berlinerinnen auf 4:6 heran, doch Saskia Hiller und Aylin Bok schraubten die Führung wieder auf 9:5 nach oben. „Überhaupt hat Saskia ein gutes Spiel abgeliefert“, freute sich Leibssle über die insgesamt fünf Treffer seiner Rechtsaußen. Allerdings unterliefen den Kuties bereits in der ersten Halbzeit auch zu viele Patzer in der Offensive. „Beide Mannschaften haben sich unheimlich viele Fehler geleistet“, schilderte Leibssle, „wir hätten mit einer höheren Führung als dem 16:12 in die Pause gehen müssen.“

Kurz nach Wiederanpfiff der Einbruch: Eine Masse an vergebenen Torchancen und technischen Fehlern ermöglichte es den Füchsen, innerhalb von acht Minuten zum 19:19 auszugleichen (40.). „Wir haben uns zwar gute Möglichkeiten erspielt, diese aber nicht nutzen können“, ärgerte sich der Coach. „Zudem haben wir kolossale Fehler fabriziert, die die Füchse knallhart ausnutzten.“ Die Unsicherheit war auf Seiten der Herrenbergerinnen spürbar, auch die Standhaftigkeit in der Abwehr schwand.

Zehn Minuten vor dem Ende gingen die Gäste mit zwei Treffern hintereinander erstmals mit 24:22 in Führung. „In der Schlussphase haben wir alles versucht, die siebte Feldspielerin gebracht und auf eine offensive Abwehr umgestellt“, erklärte Leibssle, doch die Füchse hatten weiterhin die Nase vorn. In der 59. Minute keimte nach einem Siebenmetertor von Kerstin Foth zum 26:27 nochmals Hoffnung auf, ein Treffer von der Berlinerin Bo Dekker und eine Zeitstrafe gegen Lea Neubrander erstickten diese jedoch direkt im Keim.

Die 27:29-Heimniederlage hinterließ bei allen Beteiligten einen bitteren Nachgeschmack. „Wir haben über die gesamte Spielzeit zu viele Bälle leichtfertig hergeschenkt, das werden wir aufarbeiten und analysieren“, kündigte Leibssle an. Am Samstag müssen die Kuties bei der HSG Freiburg antreten, ein starker Aufsteiger, der aktuell zwei Plätze hinter der SG H2Ku auf Rang neun der Tabelle steht.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (1), Bissel (1), Kussmaul, Bok (3), Zilinskaite (1), Foth (2/davon 2 Siebenmeter), Toepelt-Gera (7), Neubrander (6), Marcikova (1), Hiller (5), Beddies.

Der Spielbericht wird präsentiert von unserem Medienpartner, der Kreiszeitung Böblinger Bote.

Kuties-Heimspiel zu ungewohnter Zeit am Samstag um 17.45 Uhr

Artikel vom 08. November 2019 – 15:36

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Nach zwei langen Auswärtsfahrten hintereinander und einem spielfreien Wochenende bestreiten die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg endlich wieder ein Heimspiel in der Markweghalle. Zu unüblicher Anwurfzeit um 17.45 Uhr werden am Samstag die Füchse Berlin zu Gast sein. Der Hauptstadt-Club steht aktuell auf Platz drei und beeindruckt Kuties-Coach Mike Leibssle vor allem mit seiner großen individuellen Klasse im Kader. „Die Füchse besitzen hohe handballerische Fähigkeiten, da müssen wir vor allem in der Abwehr sehr konsequent sein.“

Vor Saisonbeginn überraschten die Berlinerinnen die Handballwelt mit der Trainerverpflichtung von Ex-Nationalspielerin Susann Müller. Die einst wurfgewaltige Linkshänderin nahm nach ihrem Karriereende die Zügel an der Berliner Seitenlinie in die Hand und bringt langjährige internationale Erfahrung mit. Die bisherigen Ergebnisse der Füchse sprechen für sich, nach vier Siegen in Folge haben sie sich im Vorderfeld der Tabelle etabliert. „Da kommt ein ganz anderer Gegner, als es noch im vergangenen Jahr der Fall war“, weiß Mike Leibssle, „die Berlinerinnen haben sich mit qualitativ guten Neuzugängen verstärkt, die Achse um Anna Blödorn und Bo Dekker ist unheimlich stark.“

Oberste Priorität für die Gäu-Sieben wird demnach eine solide Defensivarbeit sein, aber auch das Rückzugsverhalten muss passen. „Das heißt auch, dass wir uns keine überhasteten Würfe nehmen dürfen“, ist für Leibssle der Matchplan klar, „unnötige Ballverluste gilt es zu vermeiden, da wir sonst das schnelle Gegenstoßspiel der Füchse zu spüren bekommen werden.“

Nach drei Siegen in Folge haben die Kuties ebenfalls die Chance, ihre kleine Mini-Serie auszubauen, derzeit stehen sie auf Rang sieben. Vor allem die Punktgewinne in Rödertal und Bremen haben den Herrenbergerinnen neues Selbstbewusstsein verschafft, am spielfreien Pokalwochenende konnten zudem die Akkus aufgeladen werden. „Bis auf die verletzte Carolin Tuc sind alle fit“, freut sich Mike Leibssle auf das langersehnte Heimspiel, „wir hoffen auf eine gute Stimmung und viele Zuschauer in der Markweghalle, trotz dieser ungewohnten Anwurfzeit.“

Der Spielbericht zum Spiel wird präsentiert von unserem Medienpartner Kreiszeitung Böblinger Bote.

Katrin Friedrich ist das Ass im Ärmel

Artikel vom 28. Oktober 2019 , Kreiszeitung Böblinger Bote, Von Vanessa Frey

HERRENBERG (vf). Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg II haben den dritten Sieg in der Württembergliga eingefahren. Bei der SG Ober-/Unterhausen setzte sich das Team von Trainer Georg Lorch mit 27:24 auch ohne die erfahrenen Stammkräfte Laureen Kappus und Tuba Aksoy, beide waren privat verhindert, durch. „In hektischen Phasen hat sich ihr Fehlen sicherlich bemerkbar gemacht“, stellte Team-Manager Hubert Holzner fest, „dennoch haben wir aufgrund unserer individuellen Klasse verdient gewonnen.“

Die Bundesliga-Reserve startete gut in der Ernst-Braun-Halle in Lichtenstein-Unterhausen. Linkshänderin Britta Meyer warf nach 17 Minuten erstmals eine Zwei-Tore-Führung zum 6:4 heraus. Die Lücke von Kapitänin Kappus füllten Michelle Wunschik und Selina Schwarzbach gut aus. Wunschik war es auch, die den 13:8-Halbzeitstand markierte. „Sie hat einmal mehr ihre Klasse unter Beweis gestellt und ist für uns vorne weggegangen“, so ein zufriedener Team-Manager.

In Hälfte zwei verkürzte der Tabellenletzte mit einem 3:0-Lauf auf 14:15 (40.) und schaffte drei Minuten später gar das 16:16. „Da hätte uns Laureen Kappus mit ihrer Ruhe und Erfahrenheit gutgetan“, sagte Hubert Holzner mit nachdenklicher Miene. Doch die kleinen Kuties hatten noch ein Ass im Ärmel: Rückkehrerin Katrin Friedrich. Im vergangenen Jahr noch für das Bundesliga-Team am Ball, ist die Bayerin nach ihren Semesterferien zur Zweiten gestoßen. „Dass sie eine Weile weg war, hat man überhaupt nicht gemerkt“, war Holzner beeindruckt, „sie hat sich nahtlos eingefügt und in der Schlussphase das Spiel in die Hand genommen.“ Ein Doppelschlag von Friedrich stellte den Spielstand zehn Minuten vor Schluss auf 22:19. Diesen Vorsprung hielt die SG bis zum Schluss und feierte den ersten Auswärtssieg der Saison. Das nächste Spiel findet erst am 17. November in Remshalden statt.

SG H2Ku Herrenberg II: Holzner; Gramer (2), Kühnel (1), Meyer (5), Wunschik (7/davon 3 Siebenmeter), Clemence, Bühler, Schwarzbach (3), Maushart, Brand (3), Nüßle, Friedrich (6).

https://www.krzbb.de/krz_56_111793711-13-_Katrin-Friedrich-ist-das-Ass-im-Aermel.html

Die Kuties behalten die Nerven – 31:29

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. „Wie erwartet, das war kein Selbstläufer“, bilanzierte Trainer Mike Leibssle nach dem 31:29-Sieg seiner SG H2Ku Herrenberg bei Werder Bremen in der 2. Handball-Bundesliga der Frauen. Die Kuties liefen an der Weser lange einem Rückstand hinterher, erst Mitte der zweiten Halbzeit bekamen sie mehr Stabilität in ihr Spiel und behielten am Ende in einer spannenden Schlussphase die Nerven. „Wir sind sehr glücklich über diese zwei Punkte, der enge Spielverlauf hatte vor allem mit unseren eigenen Fehlern zu tun“, so Leibssle.

„Zum Start hellwach sein“ – das war eine seiner wichtigsten Vorgaben nach der langen Anreise. Seine Schützlinge hatten zunächst Schwierigkeiten, dies vor 150 Zuschauern in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle umzusetzen. Werder wusste um die Bedeutung dieser Partie und legte gut los. In der 7. Minute gingen die Gastgeberinnen durch einen Siebenmeter von Naomi Conze erstmals mit zwei Toren in Führung (4:2). „Wir haben zu oft überhastet abgeschlossen“, erklärte Leibssle diesen Rückstand, „auch im Verbund von Abwehr und Torhüterin hat uns in der ersten Hälfte die Disziplin gefehlt.“

Beim 5:9 hatte der Kuties-Coach genug gesehen und nahm eine Auszeit. Die zeigte auch Wirkung, die Neuzugänge Marcikova und Toepelt-Gera verkürzten auf 7:9. Näher heran kamen die Kuties in Hälfte eins jedoch nicht mehr, beim 14:16 ging es in die Pause. Eindeutig zu viele Gegentreffer für Leibssles Geschmack. „Zudem haben wir insgesamt acht hundertprozentige Chancen vergeben, damit haben wir Bremen im Spiel gehalten.“ Taktisch ging Leibssle auch mit sich selbst ins Gericht, will sich künftig mehr in Geduld üben: „Ich habe zu früh zu viel gewechselt, das hat Unruhe reingebracht. Auch ich muss darauf vertrauen, dass sich eine Formation auf dem Feld findet.“

Nach Wiederanpfiff brachten Lea Neubrander und Jurate Zilinskaite die Gäu-Sieben auf 17:18 heran (35.). Die Kuties nutzten eine doppelte Zeitstrafe für Werder clever, egalisierten zunächst zum 19:19 und gingen nach einen Siebenmeter von Neubrander erstmals mit 20:19 in Führung. „Wir haben es in dieser Phase geschafft, mehr Druck zu erzeugen und einzelne Schützinnen zu isolieren“, schilderte Leibssle, „damit konnten wir auch einige Überzahlsituationen erzwingen.“ Zu seinem Leidwesen kassierte seine Mannschaft allerdings zu viele unnötige Gegentore, damit blieb das Spiel offen. Beim Stand von 29:29 kassierten die Kuties drei Minuten vor dem Ende eine Zeitstrafe. Doch auch in Unterzahl hielten sie die Bremerinnen bei 29 Toren, zogen sogar durch Foth und Marcikova auf 31:29 davon. „Da haben wir dem Druck toll standgehalten und deshalb auch verdient gewonnen.“

Weiter geht’s erst am 9. November in eigener Halle gegen die Füchse aus Berlin.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg (3), Bissel, Kussmaul, Bok, Zilinskaite (1), Foth (3/davon 2 Siebenmeter), Toepelt-Gera (6), Neubrander (9/3), Marcikova (5/2), Hiller (1), Beddies (3).

Die Kuties haben eine lange Zugfahrt nach Bremen vor sich

Artikel vom 26. Oktober 2019, Kreiszeitung Böblinger Bote, von Vanessa Frey

Trainer Mike Leibssle: Von Beginn an hellwach sein in Bremen Foto: Wolfgang Frank/Eibner

HERRENBERG (vf). Für die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg steht am Samstag die nächste lange Auswärtsfahrt auf dem Programm. Nach Rödertal in der vergangenen Woche muss die Mannschaft von Trainer Mike Leibssle diesmal um 19.30 Uhr in der Klaus-Dieter-Fischer-Halle in Bremen antreten. Der SV Werder steht mit 2:10 Punkten auf dem 15. Platz. Dennoch warnt der Herrenberger Coach: „Bremen ist viel besser als der Tabellenplatz aussagt. Ich möchte von meiner Mannschaft einen konzentrierten Auftritt sehen.“

Die Reise an die Weser werden die Kuties zunächst mit dem Zug hinter sich bringen. Zurück nach Herrenberg geht es in Kleinbussen. „Wie zuletzt wird es wichtig sein, die lange Anfahrt schnellstmöglich aus den Beinen zu bekommen“, weiß Leibssle, worauf es ankommt. „Wir müssen von Anfang an hellwach sein, sonst wird es sehr schwer.“ Die Bremerinnen bringen nämlich eine große individuelle Qualität auf die Platte. „Wir müssen in der Abwehr unsere Struktur wahren und ihr gutes Tempospiel verteidigen.“

Die Mannschaft von Werder-Trainer Dominic Buttig hatte nach der vergangenen Saison einige Abgänge zu verzeichnen. Am schmerzhaftesten war wohl der von Top-Torschützin Merle Heidergott zum Erstligisten HSG Blomberg-Lippe. „Bremen hat ein komplett neues Gesicht und braucht sicherlich noch Zeit, um sich zu finden“, weiß Leibssle. Gegen die Kuties stehen die Gastgeberinnen schon ein wenig unter Druck. „Und gerade zu Hause wollen sie natürlich die Trendwende schaffen und die Abstiegsränge verlassen.“

Seine Schützlinge haben sich nach dem 25:24-Sieg gegen den HC Rödertal auf Platz sechs vorgearbeitet. „Diese Platzierung wollen wir natürlich bestätigen“, gibt sich Leibssle selbstbewusst. „Es wird keine einfache Aufgabe, aber meine Mannschaft hat zuletzt eine deutliche Steigerung gezeigt. Daran müssen wir auch in Bremen anknüpfen.“ Bis auf die am Meniskus verletzte Carolin Tuc kann er auf den kompletten Kader zurückgreifen. „Und gerade das ist bei diesen langen Auswärtsfahrten Gold wert.“

SG H2Ku II kommt eine Runde weiter

Die Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg II haben in der zweiten Runde des HVW-Pokals deutlich gegen die SG BBM Bietigheim II mit 27:22 (12:10) gewonnen. Eine geschlossene Mannschaftsleistung und eine bärenstarke Sophia Holzner im Tor waren der Schlüssel gegen den klassenhöheren Gegner. „Die Mädels hatten das Spiel immer in der Hand“, zeigte sich Team-Manager Hubert Holzner begeistert.

Artikel vom 23. Oktober 2019, Kreiszeitung Böblinger Bote, Von Vanessa Frey

Personell konnte Trainer Georg Lorch aus dem Vollen schöpfen. Sandra Kussmaul aus der ersten Mannschaft kann im württembergischen Pokalwettbewerb flexibel eingesetzt werden, auch Katrin Friedrich stieß nach ihren Semesterferien wieder dazu. Lediglich Michelle Wunschik war nach ihren Einsätzen im DHB-Pokal zum Zuschauen verdammt. Aber auch ohne ihre Top-Torschützin zeigte die Gäu-Sieben eine beachtliche Angriffsleistung. Bereits nach acht Minuten ging sie durch einen Doppelschlag von Britta Meyer mit 6:3 in Führung. Zwar kämpften sich die Gäste wieder auf 9:9 heran (25.), allerdings retteten Sophia Brand und Katrin Friedrich eine Zwei-Tore-Führung in die Halbzeit (12:10).

Nach Wiederanpfiff behielt der Württembergligist die Oberhand. Torfrau Holzner entschärfte ein ums andere Mal und trug sich mit einem Wurf auf das leere Tor gar selbst in die Torschützenliste ein. Ina Kühnel und Sandra Kussmaul erhöhten erstmals auf vier Tore zum 20:16 (50.). In den Schlussminuten versuchte es Gäste-Trainer Hans Christensen mit einer offensiven Abwehr, doch auch damit fand der Baden-Württembergligist keine Lösungen. Zweimal Kühnel und einmal Friedrich markierten den 27:22-Endstand. „Tolle Leistung der Mannschaft“, freute sich Hubert Holzner, „das gibt uns für die anstehenden Spiele neues Selbstbewusstsein.“ In der Liga trifft die SG II am Samstag auf Schlusslicht Ober-/Unterhausen. Gegen wen es in der dritten Runde des HVW-Pokals geht, wird in den nächsten Tagen ausgelost.

SG H2Ku Herrenberg II: Holzner (1); Gramer (3), Aksoy (4), Kappus (5/davon 3 Siebenmeter), Kühnel (4), Meyer (2), Kussmaul (4), Clemence, Bartsch, Schwarzbach, Maushart, Brand (2), Nüßle, Friedrich (2).

https://www.krzbb.de/krz_56_111791372-13-_SG-H2Ku-II-kommt-eine-Runde-weiter.html

Die Kuties nehmen nach großem Kampf zwei Punkte mit

2. Handball-Bundesliga Frauen: SG H2Ku Herrenberg gewinnt beim HC Rödertal mit 25:24

Marie-Christine Beddies auf dem Weg zu einem ihrer vier Tore in Rödertal: Mit ihr ist das Spiel der Kuties noch variabler Foto: Smodurek/Eibner

Artikel vom 20. Oktober 2019, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. „Auch in den letzten Minuten konnte ich ehrlich nicht sagen, wer hier als Sieger vom Platz geht“, blickte ein erleichterter Mike Leibssle auf die Partie seiner Zweitliga-Handballerinnen beim HC Rödertal zurück. Der Trainer der SG H2Ku Herrenberg sah zwei Mannschaften auf Augenhöhe, die sich einen offenen Schlagabtausch lieferten. Erst in den letzten Sekunden entschied sich die Partie zu Gunsten der Kuties, die den 25:24-Sieg ausgelassen mit den mitgereisten Fans feierten.

Bereits in den ersten Minuten deute sich vor den knapp 300 Zuschauern in der Sporthalle Großröhrsdorf an, welche Geschichte dieses Spiel schreiben sollte. Keine der beiden Mannschaften schaffte es, sich entscheidend abzusetzen Die Führung wechselte ständig, der jeweilige Ausgleich ließ nie lange auf sich warten. Erst in der 20. Minute erarbeiteten sich die selbsternannten Rödertalbienen einen Zwei-Tore-Vorsprung zum 9:7. Szimonetta Toepelt-Gera und Aylin Bok egalisierten jedoch postwendend zum 9:9. „Einzig mit der Chancenverwertung in der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden“, kritisierte Leibssle, „da haben wir uns einige Male um eine höhere Führung gebracht.“ Marie-Christine Beddies und erneut Toepelt-Gera sorgten kurz vor der Pause für die 12:11-Halbzeitführung. „Marie hat nach ihrer langen Kreuzbandverletzung eine tolle Leistung gezeigt, sie macht unser Spiel noch variabler“, lobte der Coach.

Nach Wiederanpfiff legten die Kuties in den ersten zehn Minuten vor, wobei beide Teams vermehrt Lösungen in Eins-gegen-eins-Situationen suchten, was eine Flut an Siebenmetern zur Folge hatte. Bemerkenswert dabei: Die Kuties haben in der laufenden Saison von der Linie noch keinen einzigen Fehlwurf zu verzeichnen, Kerstin Foth und Lea Neubranden weisen eine hundertprozentige Quote auf. „Einfach sensationell, und das bereits am sechsten Spieltag“, so Leibssle begeistert.

Die Schlussphase in der Sporthalle Großröhrsdorf war an Dramatik kaum zu überbieten. Zunächst wandelten Foth und Beddies einen 21:22-Rückstand in eine 23:22-Führung um (57.), dann kassierte Anika Bissel eine Zeitstrafe, damit mussten die Kuties das Spiel in Unterzahl überstehen. 30 Sekunden vor Schluss bekamen die Herrenbergerinnen erneut einen Strafwurf, den Kerstin Foth eiskalt zum 25:24 einnetzte. Nach einer Auszeit hatte der HC Rödertal einen letzten Angriff, der aber in einem Stürmerfoul endete. Der Rest war grenzenloser Jubel.

Durch diesen Sieg haben sich die Kuties auf Rang sechs der 2. Bundesliga vorgearbeitet. „Natürlich sind wir sehr glücklich“, so Leibssle, „mich freut vor allem, dass sich alle Spielerinnen einbringen, das gibt uns auch für die weiteren Aufgaben den nötigen Schwung.“ Am nächsten Wochenende steht wieder eine lange Auswärtsfahrt an, dann führt die Reise in die Hansestadt Bremen zum SV Werder.

SG H2Ku Herrenberg: Waldenmaier, Elbert; Schoeneberg, Bissel, Kussmaul (1), Bok (4), Zilinskaite, Foth (5/davon 4 Siebenmeter), Toepelt-Gera (4), Neubrander (4/2), Marcikova (1), Hiller (2), Beddies (4).

https://www.krzbb.de/krz_56_111789334-13-_Die-Kuties-nehmen-nach-grossem-Kampf-zwei-Punkte-mit.html

Carolin Tuc fällt mit einem Meniskusriss monatelang aus

Artikel vom 18. Oktober 2019, Kreiszeitung Böblinger Bote

Von Vanessa Frey

HERRENBERG. Nach dem ersten Heimsieg der Saison gegen Kirchhof (29:26) müssen die Zweitliga-Handballerinnen der SG H2Ku Herrenberg am Samstag wieder in fremder Halle antreten. Das Team von Trainer Mike Leibssle ist ab 17.30 Uhr in der Sporthalle Großröhrsdorf beim HC Rödertal zu Gast.

Vor der Auswärtspartie erreichte die Mannschaft die erste Hiobsbotschaft der Saison: Carolin Tuc zog sich gegen Kirchhof einen Meniskusriss zu und wird den Kuties monatelang fehlen. „In erster Linie ist es sehr bitter für Caro, da sie sich nach ihrem Kreuzbandriss zurückgekämpft und zuletzt auch tolle Leistungen gezeigt hatte“, fasst ein sichtlich mitgenommener Mike Leibssle zusammen. Die Spielmacherin war erst vor vier Monaten wieder in den Trainingsbetrieb eingestiegen, nachdem sie sich im November 2018 einen Kreuzbrandriss zugezogen hatte. Wann genau die 28-Jährige auf das Spielfeld zurückkehren wird, ist noch nicht sicher. „Die Ärzte werden in den kommenden Tagen über die Behandlung entscheiden“, berichtet Leibssle, „in Rödertal werden wir auch für sie spielen.“

Zuvor müssen die Kuties allerdings erstmal eine der längsten Auswärtsfahrten der Saison hinter sich bringen. Bereits am frühen Samstagmorgen macht sich das Team auf in Richtung Großröhrsdorf im sächsischen Landkreis Bautzen. Die Busfahrt dauert knappe acht Stunden. „Die Strapazen der langen Anreise müssen wir schnell abschütteln“, warnt Leibssle und erinnert an die letzte Partie beim HC. „Da haben wir den Start komplett verschlafen. Das möchte ich dieses Mal vermeiden.“

Die selbsternannten Rödertalbienen stehen aktuell einen Platz hinter den Kuties auf Rang neun, bestritten allerdings auch ein Spiel weniger. Der Herrenberger Coach erwartet eine temporeiche Partie und hat seinen Schützlingen ein diszipliniertes Rückzugsverhalten eingebläut: „Rödertal bringt ein bemerkenswertes Tempo auf die Platte, da müssen wir dagegenhalten.“ In der Defensive müssen die Herrenbergerinnen den starken Rückraum um die Litauerin Brigita Ivanauskaite in den Griff bekommen. „Ich habe mir auch unsere Begegnungen aus der letzten Spielzeit angeschaut“, erklärt Leibssle, „auffällig war, dass die Systeme immer noch sehr ähnlich sind.“

Personell kann der Kuties-Coach mit Ausnahme von Carolin Tuc auf den kompletten Kader zurückgreifen. „Und wir werden auch alle Kräfte brauchen, um auf die lange Heimfahrt zwei Punkte mitzunehmen.“

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